Eurolambretta 2009
Lincoln, England (Bilder folgen)

REISEBERICHT
von Harald Bertacco und Rolf May

Da aus organisatorischen Gründen leider eine geschlossene Anreise des LCD nicht möglich war, hatte sich eine Vielzahl von Reisegruppen aus verschiedenen Teilen der Republik aufgemacht um an der Eurolambretta teilzunehmen. In Aachen kam es zu einem kleinen aber feinen Vortreffen zur Eurolambretta, zu dem sich Lambrettisti aus Braunschweig, München, Köln, Mannheim, Mailand, Floverich und natürlich Aachen einfanden. Besonderen Respekt verdiente sich hier Hansi aus BS der trotz einer Höllentour mit zahlreichen Klemmern gutgelaunt und pünktlich zum ersten Rotwein erschien. Die weiteste Anreise innerhalb des LCD gebührt Jürgen Pippig, der alleine auf seiner originalen & ungetunten TV175 vom Bodensee nach Aachen gekommen war!

In der besten Pizzeria am Platze wurde sich dann schon mal auf das kommende Ereignis eingestimmt und richtig früh waren alle, trotz guter Vorsätze, dann doch nicht im Bett.

Trotz deutlicher Abweichung vom Zeitplan - wie sollte es auch anders sein, wenn Rollerfahrer unterwegs sind - ging es dann am nächsten Tag per Transporter Richtung Dünkirchen. Danke hier an Ulf, Markus und Tino für das hoffnungslose Überladen ihrer Fahrzeuge. Wir hatten uns für diese Variante der Anreise entschieden um von Dover aus mit den Rollern die Fahrt nach Lincoln genießen zu können.

Endlich Englischen Boden unter den Rädern!
Bis zum Sonnenuntergang schafften wir es problemlos und zügig bis nach Medway. Was sollte auch schief gehen? Immerhin waren ja ein Präsident, ein Ex-Präsident, ein italienischer Tuningpapst, ein Technikwart und ein grosser Händler für Rollerteile mit am Start. Auch Hansis Motor hatte sich entschlossen keine Zicken mehr zu machen. Alles bestens!

In Medway fanden wir Unterkunft in einem B&B Hotel einer sehr gastfreundlichen Indischen Familie.
Zitat Ulf: „Bei dem Preis kann man echt nicht meckern aber länger als einen Tag würde ich hier
nicht bleiben und auch nicht barfuss laufen.“

Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen Full English Breakfast Durchfall ungezieferfrei unserem Ziel entgegen. Lincoln wir kommen!

> Ankunft
An der Einfahrt zum Gelände befand sich ein Pavillon an dem die Registrierung vorgenommen wurde.
Die Begrüßung der dort tätigen LCGB-Mitglieder fiel äußerst herzlich und freundschaftlich aus. Ein Witz hier, ein Schulterklopfen da, Respektbekundungen ob der weiten Anreise… In einem der vielen Gebäude auf dem Gelände konnte man nach der Registrierung sein Goodie-Bag in Empfang nehmen. Neben den obligatorischen Dingen wie Beinschildbanner, Aufkleber, T-Shirt etc. fand sich darin auch eine sehr smarte Lambretta Sonnenbrille und weitere Nettigkeiten wie die Figur des „Lambretta Service Man“.

> Gelände
Das Lincoln Convention Center stellte sich als riesiges an ein Flughafengelände erinnerndes Areal von 4 x 4 km (!) dar, auf dem u.a. große Landmaschinenausstellungen und dergleichen stattfinden. In den vorgesehenen Bereichen bildeten sich mehrere Kolonien des LCD teils in Zelten, teils in Wohnmobilen und Caravans.

> Veranstaltung
Donnerstagabend wurde seitens der Veranstalter ein sehr übersichtliches Programm geboten, nicht verwunderlich, sollte der offizielle Start der Veranstaltung doch erst am Freitag sein. Vereinzelt öffneten Händler bereits Ihre Stände; doch muss angemerkt werden, dass hinsichtlich der Anzahl die
Erwartungen etwas enttäuscht wurden. Ab Freitag füllte sich der Veranstaltungsort merklich, insofern man bei der Größe des Areals davon sprechen kann.

Nachmittags stand eine kleinere Ausfahrt in die historische Altstadt von Lincoln an. Bei herrlichem Wetter entstand ein beeindruckendes Bild hunderter Lambrettas vor historischer Kulisse. Die Clubs wurden durch eine Vertreterin der Stadtverwaltung offiziell und in mittelalterlich anmutender Zeremonie begrüsst. …Very british.

Beim abendlichen Nighter wurde beste Run Mucke geboten; die Getränkepreise hielten sich im Rahmen. Die Verflegung an diesem Abend im Allgemeinen und bei den beiden Frühstücken im Besonderen wurde konträr bewertet. Zitat LCD-Mitglied Gerrit M.: „…wie man aus so guten Zutaten etwas so schlechtes machen…“

> Galadinner
Das Galadinner am Samstagabend hatte seinen Namen wirklich verdient: In einem riesigen Saal mit sehr schön gedeckten Tischen konnten alle 1000 Teilnehmer Platz finden und wurden in Windeseile von perfekt agierenden Kellnern bedient. Das Essen war wirklich vorzüglich und wer weiß, wie schwierig es ist eine so große Anzahl Menschen gleichzeitig zu versorgen, der kann dem LCGB zu der Organisation nur gratulieren.

Anschließend folgten die Ansprachen der Offiziellen mit Honoratioren und Danksagungen gegenüber dem Veranstalter und sonstiger verdienter Personen. Bemerkenswert komödiantisch hier die Reden der Vertreter aus Spanien und den USA. Wer hätte gedacht, dass es in USA mehr als 10.000 Lambrettapiloten gibt, die als All-Day-Drivers ihre TV 200 – die sie alle fahren – von Küste zu
Küste bewegen und unterwegs aufgrund der Vielzahl an Zubehörläden keinerlei Ersatzteilprobleme hegen? „…they don’t run …bad ignition …not italian. …Bring them back, they are ours!” Gemeint waren die spanischen Lambrettas, die Felix Espana lautstark zurückforderte und nun davon ausgeht, dass wir sie kommendes Jahr nach Hause bringen. Alles in allem sehr unterhaltsam.

> Preise
Der LCD und seine Mitglieder konnte erfreulicherweise einige Preise für sich verbuchen. So war der Lambretta Club Deutschland der am stärksten vertretene ausländische nationale Club. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank! Und natürlich Glückwunsch an die Preisträger auf dem Leistungsprüfstand:

Best Engineering - Behrang Dadkah, Köln
Best tuned Smallblock - Sebastian Schmied, Paderborn
Best standard Smallblock - Hans Katers, Enschede

> Heimreise
Ab Sonntag begaben sich nun die Teilnehmer wieder auf unterschiedlichen Wegen auf die Heimreise. So trafen sich auf der Hull – Rotterdam-Fähre abermals die Jetsons mit der Innocenti Bruderschaft Köln, andere nutzen die Eurolambretta um daraus einen England Urlaub zu gestalten.

> Schlussbemerkung
Ein besonders großer Dank an unsere Sponsoren!

MOTUL gebührt Dank für die äußerst praktischen Werkstatthandschuhe sowie die fantastische Reinigungslotion.

Ein besonders großer Dank an BEN SHERMAN, die uns durch großzügiges Sponsoring einen großen Auftritt nicht nur zum Galadinner ermöglichten.


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